Fünf Workshops, um die Zukunft der Bildung zu gestalten

Diese Workshops werden es uns ermöglichen, über den naturwissenschaftlichen Unterricht am Gymnasium und an den Hochschulen und dessen direkten Einfluss auf die Kompetenzen der Jugendlichen nachzudenken.

1a) Grundkompetenzen: wissenschaftliche Vorgehensweise beibringen

Grundkenntnisse in Mathematik und Physik bilden eine wesentliche Grundlage, um die Fähigkeiten der Jugendlichen zu entwickeln und ihnen die Grundlagen zu geben, die sie benötigen, um ihr Studium unter den besten Bedingungen fortzusetzen. Dieser Workshop bietet die Möglichkeit zum Austausch bewährter Praktiken, um das Interesse für die wissenschaftliche Vorgehensweise zu schärfen.

Referenten

Guillaume Schiltz unterstützt in seiner Funktion als Ingenieur für Bildung die Qualität des Unterrichts im Fachbereich Physik der ETHZ. Darüber hinaus unterrichtet er im Bereich Hochschulpädagogik und ist Trainer für Physiklehrpersonen.

1b) Sollte man die Geschlechterdimension in den Unterricht von naturwissenschaftlichen Fächern integrieren?

Hat das Gender einen Einfluss auf den Umgang mit den naturwissenschaftlichen Fächern? Wenn ja, wie kann man dies im Unterricht berücksichtigen? Die Rolle der soziokulturellen Faktoren in diesem Zusammenhang wird auch diskutiert.

Referenten

Philippe Genoud ist Direktor des “Institut de formation pour l’enseignement au secondaire” — das Pendant zum Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZELF) der Universität Freiburg. Er ist promovierter Pädagoge, habilitierter Erziehungspsychologe und ordentlicher Professor am “Département des sciences de l’éducation et de la formation”. Seine hauptsächlichen Forschungsgebiete umfassen zwischenmenschliche und affektive Aspekte im Unterricht. Sein Interesse gilt auch der Ausbildung von Studierenden in der Forschung, der Konstruktion von Mess- und Auswertungsinstrumenten sowie methodischen und statistischen Ansätzen in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Rosalie Chevalley hat an der EPFL in Mathematik promoviert. Bereits als Doktorandin widmete sie sich leidenschaftlich dem Unterricht. Danach erhielt sie das von der “Haute école pédagogique” verliehene Lehrdiplom für die Sekundarstufe II (MAS) und begann ihre Karriere als Lehrerin an der Gymnase de Burier und der Gymnase de Renens. Heute unterrichtet sie Mathematik am Gymnase de Renens und ist dort auch als Dekanin tätig.

Emmanuelle Giacometti ist seit 2000 Direktorin des „Espace des inventions“ in Lausanne. Die Aufgabe dieser Kulturinstitution ist es, das Interesse von Kindern und Familien für Natur- und Technikwissenschaften zu wecken. Die promovierte Naturwissenschaftlerin begeistert sich für die wissenschaftliche Vermittlung und die Erforschung der verschiedenen Möglichkeiten, Interesse und Neugier für wissenschaftliche Themen zu wecken. In diesem Zusammenhang geht es auch darum, wie die Sichtbarkeit der Frauen in der Wissenschaft verbessert werden kann.

Moderatoren

Simone Deparis, Professor an der EPFL, Adjoint de la Section de mathématiques
Donna Testerman, Professorin an der EPFL, Reductive Groups group, Institut de mathématiques

2) Naturwissenschaften unterrichten: Motivationsfaktoren für Ihre Schülerinnen und Schüler

Die Grundlagenwissenschaften mögen einigen Schülerinnen und Schülern hermetisch erscheinen, während viele konkrete Beispiele von Innovationen und Anwendungen in den Ingenieurwissenschaften sie motivieren oder sogar zum Träumen bringen können. Wie können wir dies nutzen, um die Motivation der Jugendlichen für ein naturwissenschaftliches Studium zu stärken?

Referenten

Véronique Michaud ist Direktorin des “laboratoire de mise en œuvre des matériaux composites à haute performance” und Vizedekanin für Lehre der Fakultät “Sciences et Technologies de l’Ingénieur” an der ETH-Lausanne. Sie erwarb ihr Diplom in Ingenieurwissenschaften an der “Ecole des Mines de Paris” und promovierte 1991 am MIT. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Grundprinzipien der Anwendung von Verbundwerkstoffen, um Materialien und Strukturen zu erschwinglichen Kosten herzustellen und gleichzeitig Funktionalitäten hinzuzufügen. Diese können zum Beispiel thermische oder schwingungstechnische Eigenschaften, aktive oder passive Dämpfung, “Selbstheilung” nach einem Schaden sowie nichtlineare Verhaltensweisen (wie in biologischen Strukturen) beinhalten und Anwendungen in den Bereichen Verkehr, Sport oder Energie beeinflussen.

Mirko Meboldt studierte Maschinenbau an der Universität Karlsruhe (KIT) und begann seine akademische Laufbahn am Institut für Produkttechnik Karlsruhe (IPEK), wo er im Bereich der Produktentwicklung promovierte. Nach einer Industriekarriere bei der Hilti AG in Liechtenstein als Leiter für Technologie und Produktentwicklungsprozesse, wurde er 2012 zum ordentlichen Professor für Produktentwicklung und Engineering Design an die ETH Zürich berufen. Die Ausbildung junger Ingenieure und ihre Relevanz für die Industrie betrachtet er als zentrale Motivation und Referenz für seine Forschung. Derzeit arbeitet er im Bereich Engineering Design und Produktentwicklung mit Schwerpunkt auf anwenderorientierten Produktinnovationen und neuen Produktionstechnologien.

3) Algorithmisches Denken : ein Werkzeug für alle Fächer (?)

Die Informatik ist nicht nur für Informatiker interessant. Die digitale Transformation betrifft alle Industrien, Bereiche und Aspekte unseres Lebens. Die Grundkonzepte der IT werden dann für alle Lehrfächer nutzbar. In diesem Workshop erfahren Sie, wie das Verständnis von Algorithmen zum Lernen in verschiedenen Fächer beitragen kann. Wir hoffen, dass dieser Workshop Sie dazu anregen wird, rechnerisches Denken in Ihre Kurse zu integrieren.

Referenten

Pierre Dillenbourg hat einen Master-Abschluss in Erziehungswissenschaften (Universität Mons, Belgien) und einen PhD in Informatik von der Universität Lancaster (UK). Er war “Maître d’enseignement et de recherche” an der Universität Genf, bevor er 2012 zur EPFL kam. Er ist ordentlicher Professor für Ausbildungstechnologien an der Fakultät für Informatik und Kommunikation und leitet das “Laboratoire d’ergonomie éducative (CHILI)”. Er ist auch verantwortlich für den Swiss EdTech Collider und Mitglied von LEARN, dem neuen EPFL-Zentrum für Lernwissenschaften, das lokale Initiativen zur Bildungsinnovation zusammenführt.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Kombination von maschinellem Lernen und der weit verbreiteten Nutzung mobiler Technologien zur Gestaltung innovativer Gesundheitssysteme. Als akademischer Direktor der EPFL Extension School ist er auch in der Online-Schulung sehr engagiert. Er ist auch Mitglied von LEARN, dem neuen EPFL-Zentrum für Lernwissenschaften, das lokale Initiativen zur Bildungsinnovation zusammenführt.

4) Gesundheit und Umwelt: verantwortungsbewusste Ingenieure bilden

Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die Sensibilisierung für die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die in der wissenschaftlichen Ausbildung immer wichtiger werden und für die Ausbildung der Wissenschaftler von morgen unerlässlich sind.

Referenten

Denis Duboule wurde 1955 geboren und studierte Biologie an der Universität Genf. Er verbrachte 10 Jahre im Ausland, zuerst an der medizinischen Fakultät in Strassburg (CNRS), dann am europäischen Labor für Molekularbiologie in Heidelberg (Deutschland). 1993 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Genf ernannt, wo er von 1997 bis 2017 das Institut für Genetik und Evolution leitete. Im Jahr 2001 übernahm er die Leitung des NFS Kompetenzzentrums “aux Frontières de la Génétique”. Im Jahr 2006 wurde er zum ordentlichen Professor an der EPFL ernannt, wo er das Development Genomics Laboratory leitet.

Stéphane Joost wurde 1968 geboren. Als Schweizer Staatsbürger studierte er quantitative Geographie an den Universitäten Lausanne und Genf. Nach seinem Doktorat absolvierte er eine Ausbildung in Populationsgenetik und Molekularbiologie an der Universität von Piacenza (UCSC) in Italien. Zurück an der EPFL im Jahr 2008 untersuchte er den Einfluss von Natur und Landschaft auf lebenden Organismen am Geographic Information Systems Laboratory und an der Population Epidemiology Unit (UEP) der “Hôpitaux Universitaires de Genève” (HUG). Er ist Mitbegründer des GIRAPH Lab (www.giraph.org), einer gemeinsamen EPFL-HUG-Forschungsgruppe, die sich auf die Nutzung geografischer Informationen im Gesundheitswesen spezialisiert hat.

2001 erwarb Idris Guessous in Lausanne ein Medizinstudium, das er mit einer klinischen und epidemiologischen Ausbildung abschloss. Nach dem Doktorat in Medizin und der Spezialisierung auf allgemeine Innere Medizin in Lausanne und Genf promovierte er an der Emory University (USA) in Epidemiologie, wo er vier Jahre verbrachte. Seit 2009 ist er bei der HUG als Klinikleiter und Leiter der “Unité d’épidémiologie populationnelle” der HUG tätig. Unter seiner Leitung führt die Abteilung wissenschaftliche Studien zu den Einflüssen von genetischen und umweltbedingten Faktoren (Bildung, Tabak, Lebensmittel, Kaffee, Lärm usw.) auf die Gesundheit durch. Idris Guessous ist auch Mitbegründer der Forschungsgruppe GIRAPH (geographic information for research and analysis in population health), die die räumliche Analyse im Bereich der Medizin und der öffentlichen Gesundheit integriert.

5) Kreativität, Innovation, Unternehmertum: Kernkompetenzen des Ingenieurs

In diesem Workshop werden mögliche Initiativen diskutiert, um den Innovationsgeist bei SchülerInnen und Gymnasiasten zu stimulieren und zu fördern.

Referenten

Hervé Lebret unterstützt die Gründung von Start-ups an der EPFL, verwaltet die Innogrants (Fonds für Studenten und Forscher der EPFL) und unterrichtet Unternehmertum. Bis 2004 war er bei Index Ventures, einem in Genf ansässigen Risikokapitalfonds, der in Skype und andere Unternehmen investierte. Zuvor war er Forscher für angewandte Mathematik bei ENSTA und ONERA (Paris). Er ist der Autor des Buches “Start-Up: What We May Still Learn From Silicon Valley ” des Blogs www.startup-book.com. Hervé Lebret ist Absolvent der Ecole Polytechnique und der Stanford University.

Marc Laperrouza ist verantwortlich für das Programm China Hardware Innovation Camp (CHIC) und India Switzerland Social Innovation Camp (INSSINC) und entwickelt innovative Lernerfahrungen, die Studierende aus den Ingenieur-, Sozial- und Designwissenschaften zusammenbringen. Seine Forschungen widmen sich der studentenzentrierten pädagogischen Szenarien, die sich auf Kreativität, Interdisziplinarität und Prototyping konzentrieren. Marc Laperrouza studierte an der UNIL (Bachelor/Master), der Fudan University (China) und der London School of Economics (PhD).